VOLKSTRAUERTAG ALS MAHNUNG ZUM FRIEDEN Am 17.11.2019

Anlässlich des Volkstrauertages fand ein ökumenischer Gedenkgottesdienst in der Kapelle des Dünenfriedhofs statt. Im Anschluss legten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und des Reservistenverbandes Kränze an den Langeooger Ehrenmalen ab. Pastoralreferentin Susanne Wübker sprach über die Zerbrechlichkeit von Frieden und mahnte zur Wachsamkeit. Bügermeisterin Heike Horn verlas das Totengedenken des Bundespräsidenten im Anschluss an einige einleitende Worte.

Der Gottesdienst wurde von der evangelisch-lutherischen und römisch-katholischen Kirchengemeinde unter der Leitung von Susanne Wübker (Pfarrbeauftragte St. Nikolaus) und Christian Neumann (Pastor Inselkirche) ökumenisch gestaltet. Unterstützung gab es dabei von Frank Niemeier (ev.) und Monika Hölken (kath.) aus den Kirchenvorständen sowie von Kantorin Noémi Rohloff.

Bei der Begrüßung in der Kapelle des Dünenfriedhofs stellte Susanne Wübker heraus, dass es bei der Feier dieses Gedenktages nicht darum ginge, „die Erinnerung an die Weltkriege hochzuhalten“, sondern daran, an die Notwendigkeit von Frieden zu erinnern — und die Trauer mit jenen zu teilen, die Angehörige auf den Schlachtfeldern dieser Welt verloren haben und auch heute noch verlieren. Das im Anschluss gesungene Lied, „Verleih uns Frieden gnädiglich“ aus der Feder Martin Luthers, zeigte sich dabei einmal mehr als eine leider zeitlos aktuelle Bitte.

In ihrer Predigt ging die Pastoralreferentin nicht nur auf den Frieden im politischen Sinne ein, sondern auch auf Illusionen von Frieden im Zwischenmenschlichen oder den trügerischen Frieden, in welchem sich etliche Menschen wähnen, die vermeintlich ausgesorgt haben: Eine Wohlstandssattheit, die sich sich nach Frieden anfühlen mag, letztlich aber schlimmstenfalls zu Trägheit und Ignoranz für das Leid anderer führt — und damit den echten Frieden gefährdet.

Im Anschluss an den Gottesdienst, in dessen Rahmen auch Spenden für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste gesammelt wurden, fand die Kranzniederlegung statt. Jeweils ein Kranz wurde dabei an der Baltengedenkstätte, an der Gedenkstätte für die sowjetischen Kriegsgefangenen auf Langeoog sowie unterhalb des großen Kreuzes an der Gedenkstätte für alle Opfer der NS-Diktatur platziert. Auch am Ehrenmal auf dem Friedhof an der Inselkirche wurde ein Kranz niedergelegt. Bürgermeisterin Heike Horn gestand in ihrer Ansprache, dass sie sich mit diesem Gedenktag schwertue, weil es immer weniger Zeitzeugen gäbe, welche das realen Grauen des Krieges noch vermitteln können. Gerade für die jüngere Generation sei Krieg oft nur noch etwas Abtraktes aus einem Spiel im Internet, da „brauche es vielleicht diesen analogen Gedenktag“; als Gegengewicht und gegen das Vergessen.

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